Hallo, ich habe mal ein Paar grundlegende Fragen zu Revit im Bereich Ausführungs- und Detailplanung:
Ich soll für unser Büro untersuchen, ob Revit für Werk- und Detailplanung geeignet ist und ich bin über ein Paar Dinge gestolpert, die ich nicht auf Anhieb verstehe. Die 3D-Möglichkeiten sind zwar sehr gut, aber ich verstehe nicht ganz wie ich die vielen "2D-Informitionen", die ich im Werkplan zusätzlich eingeben muss, schnell, sprich wirtschaftlich eingeben und verwalten kann. Hier fehlen mir doch irgendwie Layer, Teilbilder und Ebenen. Ich möchte bestimmte Linien, Texte oder Symbole in verschiedenen Plänen sichtbar haben oder auch nicht. Muss ich für jeden 2D-Zusatz eine Familie gründen? Das wird schnell unübersichtlich, da ich es bisher nicht hinbekomme unterschiedliche Linientypen oder Farben auf eine Familie zusetzen und so entsteht ganz schnell ein unübersichtlicher Wust von Familien entsteht. Wir bearbeiten viele Großprojekte (Kliniken) und müssen in der Regel schnell viele Pläne produzieren. Den Vorschlag von Autodesk die ganze Sache in Autocad zu exportieren, dort mit 2D-Zusätzen zu versehen und wieder ins Revit einzulesen halte ich in der Praxis für nicht realisierbar.
Ich bin für jede Anregung und Info dankbar, da ich im Netz keine wirklich hilfreichen Infos zu diesem Thema gefunden Habe. Ich arbeite seit ca. 20 Jahren mit verschieden CAAD-Programmen wie Microstation (Cubulus), Archicad und Allplan. Das Büro in dem ich jetzt bin arbeitet mit ADT 2005.
Vielen Dank im voraus.
Klaus-Peter
Stefan Schrenk l BuildingTools
18.12.2007, 22:15
Hallo Klaus-Peter,
da sind ja Fragen über Fragen! :-) Ich werde Dich daher direkt zitieren und darauf antworten, ok?
- BTW: Lustig, Du hast das gleiche Kürzel wie unser Klaus-Peter Segatz bei BuildingTools! ;-)
Also:
Hallo, ich habe mal ein Paar grundlegende Fragen zu Revit im Bereich Ausführungs- und Detailplanung:
Ich soll für unser Büro untersuchen, ob Revit für Werk- und Detailplanung geeignet ist
Ja, ist es. Und meiner 16-jährigen CAD-Erfahrung nach ist es sogar eines der Besten! Siehe auch mal in den Anhang!
Wir treten den Beweis gerne mit unterschiedlichsten Projekten an!
und ich bin über ein Paar Dinge gestolpert, die ich nicht auf Anhieb verstehe.
Kann ich verstehen, auch ich hatte so zwischenzeitlich meine Bedenken ;-)
Die 3D-Möglichkeiten sind zwar sehr gut, aber ich verstehe nicht ganz wie ich die vielen "2D-Informitionen", die ich im Werkplan zusätzlich eingeben muss, schnell, sprich wirtschaftlich eingeben und verwalten kann.
Revit leitet das Arbeiten von der Praxis her ab. Du kannst beliebig beginnen, z.B. mit Linien oder mit Objekten, wie Wände, Decken, aber auch mit Körpermodellen (analog: Styropor-Klötzchenmodell). Du befindest Dich dann im 1:200 oder 1:100. Schnitte und Ansichten kannst Du Dir nun sehr leicht von Revit zeichnen lassen. Jetzt gehst Du immer tiefer in die Detaillierung, bis hin zum 1:1, wenn Du willst. ;-)
Das Zeichnen wird irre schnell, wenn Du Dich auf das „massgenaue Skizzieren“ und das „Zeichnen lassen“ einlässt. Du zeichnest also zuerst und gibst dann die Maße ein. Das heißt als Folge, dass Du das siehst, was Du eingibst. (z.B. Rechteck aufziehen und dann Länge und Breite auf der Zeichnung eingeben).
Sobald Du was auf dem Plan hast, nutzt Du dann genialerweise die vorhandene Geometrie um weiterzuzeichnen. Eine parallele Linie zeichnet man mit der Eingabe des Versatzes (=Abstand) und einem Klick auf eine vorhandene Linie!
Hier fehlen mir doch irgendwie Layer, Teilbilder und Ebenen. Ich möchte bestimmte Linien, Texte oder Symbole in verschiedenen Plänen sichtbar haben oder auch nicht.
Gott sei Dank hat Revit die Layer überwunden. Nun bieten sich VIEL MEHR Möglichkeiten, wie für eine echte Variantenplanung an einer Datei oder eine Planung der Bauphasen oder sogar der Projektwochen.
Zeichnungselemente können komplett nach Kategorie (z.B. Türen) oder einzeln durch Auswahl ein- und ausgeblendet werden. Und ich muss nicht jedes Mal einen neuen Layer anlegen. Weiterhin bedenke: Revit ist eigentlich eine Datenbank. Und welche unglaublichen Möglichkeiten habe ich bei einer Datenbank die Adressen zu filtern? So auch bei Revit: hier gibt es bei denn „Sichtbarkeiten/Grafiken“ die Möglichkeit Filter anzulegen. „Blende mir alle GK_12,5-Wände aus oder „überschreibe mit alle Türen der Brandschutzklasse mit der Farbe Rot „ oder „zeige alle tragenden Wände“
Weiterhin musst Du nicht wie ein „Wilder“ ständig irgendwelche Layergruppen ein und ausblenden und auch verwalten(!!!). Leg Dir in Revit Deine Pläne, die Du brauchst, durch Duplizieren der Ansichten an, alle Änderungen werden automatisch mitgeführt. Sogenannte „Detailelemente“ (2D) wie Texte und Bemaßungen usw. erscheinen automatisch nur auf dem Plan auf dem diese angelegt wurden. Du arbeitest an den Plänen und nicht an den Einstellungen zu den Plänen! ;-)
Muss ich für jeden 2D-Zusatz eine Familie gründen? Das wird schnell unübersichtlich, da ich es bisher nicht hinbekomme unterschiedliche Linientypen oder Farben auf eine Familie zusetzen und so entsteht ganz schnell ein unübersichtlicher Wust von Familien entsteht.
Nein, Familienplanung in Revit hat klar Vorteile, aber so schnell muss man doch nicht eine Familie gründen – GRINS
Nein, nein, zeichne einfach Deine Striche die Du brauchst über die Detaillinien in den Plan. So wie es üblich ist!
Wir bearbeiten viele Großprojekte (Kliniken) und müssen in der Regel schnell viele Pläne produzieren.
Der Kollege Siggi Pfundt von cmotion und die Kollegen vom Juliusspital Bern auch -> Siehe Anhang!
Den Vorschlag von Autodesk die ganze Sache in Autocad zu exportieren, dort mit 2D-Zusätzen zu versehen und wieder ins Revit einzulesen halte ich in der Praxis für nicht realisierbar.
Völliger Quatsch, wer war das? Revit hat wunderbare Detailwerkzeuge: vorgefertige Detailelemente, wiederholden Bauteil, „Meterware“. Auch der Umgang mit Hersteller-DWGs (2D und 3D) fuktioniert vorbildlich!
Freilich, Du kannst mit jedem beliebigen CAD-Programm zuarbeiten und die Daten dann einlesen, auch mit AutoCAD, aber das hat jetzt nix mit Revit zu tun!
Der Workflow ist das Entscheidende: ein(e) Bearbeiter(in) arbeitet im Grundriss, markiert die Details über das Werkzeug Detailansicht, ein(e) zweite(r) arbeitet am und IM GLEICHEN Projekt die Details weiter aus! Bei einer Adressdatenbank arbeiten doch auch alle am gleichen Datenstamm!
Ich bin für jede Anregung und Info dankbar, da ich im Netz keine wirklich hilfreichen Infos zu diesem Thema gefunden Habe. Ich arbeite seit ca. 20 Jahren mit verschieden CAAD-Programmen wie Microstation (Cubulus), Archicad und Allplan. Das Büro in dem ich jetzt bin arbeitet mit ADT 2005.
Wird Zeit, dass Du mit Revit arbeitest – GRINS. Gerne kann ich Dir auch mal via Netviewer mal auf meinen Bildschirm schauen lassen, dann zeige ich Dir ein paar Projekte!
Weiter Fragen immer gerne Willkommen!
So, nu is aber Feierabend, jetzt habe ich mir ein Bierchen verdient! ;-)
Beste Grüße
Stefan Schrenk
Hallo Stefan, du hast Dir Dein Bier wahrlich verdient.
Ich werde Deine sehr ausführlichen Antworten Schritt für Schritt abarbeiten und mich dann nochmal melden ;-).
Ansonsten erstmal vielen Dank.